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Spielzeugfreier Kindergarten

Nach den Sportferien hat das Projekt Spielzeugfreier Kindergarten im Kindergarten der Schule Unterlunkhofen gestartet. Lesen Sie hier, wie die Kinder ihre neuen Freiheiten erleben.

 

Februar bis März 2019

Nach den Sportferien hat das Projekt Spielzeugfreier Kindergarten im Kindergarten der Schule Unterlunkhofen gestartet. Gut vorbereitet und selber gespannt auf das kommende Projekt haben wir Kindergärtnerinnen die Kinder langsam an das Thema Spielzeugfeier Kindergarten herangeführt.

Eingestiegen sind wir mit der Bilderbuchgeschichte „der blaue Stuhl“. Um die Kinder an das Projekt heranzuführen, haben wir mit den Kindern die Szenen aus dem Buch nachgespielt. Die Kinder haben zusätzlich auch Zeichnungen von sich selber und dem blauen Stuhl gezeichnet.

Gleichzeitig gab es am Projektanfang viel wegzuräumen. Die Kindergärtnerinnen haben mit den Kindern schrittweise alle Spiele in die Lagerräume des Kindergartens verstaut. Die entstehenden Leerräume wurden von den Kindern nach und nach als Spielräume genutzt.

Der leer werdende Kindergarten war für die Kinder eine neue Situation. Die einen gewöhnten sich sehr schnell an die neuen Räume und erfanden schnell neue Spielmöglichkeiten, während andere noch in der Beobachterrolle verharrten. Die neue Raumaufteilung führte auch zu ersten Konflikten unter der Kindergruppe. Wer spielt mit wem? Was soll überhaupt gespielt werden? Gibt es Grenzen im Raum? Zum Glück hatten wir den blauen Stuhl zu Beginn des Projektes gut eingeführt. Hatte ein Kind ein Problem oder einen Konflikt, durfte es sich auf den blauen Stuhl setzen und mit der Glocke klingeln. Die betroffenen Kinder kamen dazu und setzten sich um den blauen Stuhl. Das Kind, welches die Glocke geklingelt hat, erzählte nun, was es gestört hat. Nach dem es erzählt hatte, wurde gemeinsam nach einer Lösungsmöglichkeit gesucht. Die Kindergärtnerinnen unterstützten die Kinder bei diesem Vorgang. So war es eigentlich immer möglich, dass die Kindergruppe selber auf eine gute Lösung des Problems kam. Die Sozialkompetenz und Selbstkompetenz wurde so sehr gut geschult.

Die Kinder genossen ihre neue Spielfreiheit im Kindergarten sehr. Beliebt war das Hüttenbauen oder das erproben von verschiedenen Rollen. Die Kinder wurden sehr kreativ. Ein Höhepunkt stellte verschiedene Theaterstücke dar, welche die Kinder selber einstudierten und den anderen Kindern vorführten. Der Kindergartenraum wurde zur Theaterbühne. Ein Höhepunkt stellte auch das Znüni dar. Die Kinder genossen es sehr, Zeitpunkt und Ort des Znünis selber zu wählen. Der Ort wo das Znüni genossen wurde, war sehr kreativ, zum Beispiel unter einer selbstgebauten Höhle oder zuoberst auf einem Regal.

Durch die erlebte Freiheit entstand auf der anderen Seite aber auch viel Streit. Besonders wild gingt es im Gang zu und her. Wir Kindergartenlehrpersonen waren als Aufpasserin sehr gefordert. Der blaue Stuhl wurde von den Kindern noch zu wenig selbstständig genutzt. Im weiteren Projektverlauf möchten wir den Kindern den blauen Stuhl als Ort der Konfliktlösung noch näher bringen.

Der Kindergarten verwandelte sich im Verlaufe der Projektzeit in eine grosse Spiellandschaft aus Tüchern, leeren Schachteln und Möbeln. Mit Hilfe von Frau Bollier ist im Zimmer von Frau Niederberger eine wunderschöne Hütte aus Tüchern und Klammern entstanden. Die Kinder schienen die Freiheit sehr zu geniessen. Wir Kindergärtnerinnen sind sehr froh, dass uns der Start in das Projekt Spielzeugfreier Kindergarten gut geglückt ist!

 

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